Feuer, Wasser, Wärme, Luft. Massivbau und die Bauphysik

Massive Wände verhalten sich bauphysikalisch anders als Fertigbauwände, Holzbauwände oder Trockenbauwände. Hier ein Überblick über die wichtigsten Kriterien.

Brandschutz
Massives Mauerwerk, zum Beispiel aus Kalksandstein oder Porenbeton, hat eine sehr hohe Feuerwiderstandsklasse und einen hohlraumfreien Aufbau, der eine schnelle Ausbreitung eines Feuers hemmt. Kalksandstein und Porenbeton brennen selber nicht, sie halten genau wie Betondecken auch großer Hitzeeinwirkung ohne nennenswerte Formveränderung stand und behalten so auch im Brandfall ihre Tragfähigkeit. Sie geben außerdem keine schädlichen Gase oder Partikel frei. Das wird auch durch oft günstigere Versicherungsprämien honoriert.

Schallschutz
Massive Wände und Decken aus Beton übertragen Schall nur schlecht – ein Pluspunkt vor allem für den schweren Kalksandstein, der vor allem dann die erste Wahl ist, wenn mehrere Familien in einem Haus wohnen oder mehrere Generationen sich Stockwerke und Wohnraum teilen. Auch was außerhalb des Gebäudes passiert, wird in hohem Maße durch die Wände abgeschirmt. Auch Porenbeton liefert beim Schallschutz gute Ergebnisse, allerdings mit leichten Abstrichen gegenüber dem Kalksandstein. Was beide schaffen können, ist eine spürbar verbesserte akustische Behaglichkeit.

Temperatur und Raumfeuchte
Wandflächen mit großen Massen wirken wie ein Puffer ausgleichend auf Temperaturen und Luftfeuchte. Spitzen nach oben oder unten werden deutlich abgemildert, indem das Mauerwerk Wärme aus der Umgebung aufnimmt und bei Abkühlung wieder abgibt. Dieser Effekt ist bei Kalksandstein ausgeprägter als bei Porenbeton. Etwas ähnliches gilt für die Luftfeuchtigkeit. Kalksandstein und Porenbeton können überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen und an trockenere Luft wieder abgeben, aber wie stark sie das können, hängt auch von dem Belag ab. Mit einem geeigneten mineralischen Innenputz und einer mineralischen Farbe gelingt das sehr gut, mit Tapeten gibt es je nach Material und Farbe vielleicht Einschränkungen, mit einem Fliesenbelag klappt es nicht mehr – aber der wird ja auch vor allem dort eingesetzt, wo Wasser im Spiel ist.

Luftdichtheit
Gegenüber früheren Gewohnheiten hat sich in der Bauphysik das Konzept einer geregelten Lüftung von Innenräumen durchgesetzt, auch und vor allem in Hinblick auf Wärme- und Kälteschutz. Massives Mauerwerk aus Kalksandstein oder Porenbeton ist luftdicht und erfüllt alle dahingehenden Anforderungen in den jeweils vorgesehenen Vermörtelungsarten, d.h. mit oder ohne Stoßfugenvermörtelung. Automatische Lüftungen und eine Wärmerückgewinnung beim Luftaustausch werden dadurch unterstützt.